
Schwerpunkte
Sie sind mit jedem Anliegen in meiner Praxis willkommen. Die folgenden Schwerpunkte zeigen Bereiche, in denen ich besondere Erfahrung mitbringe.
Chronische Erkrankungen

Chronische Erkrankungen und lebensverändernde Diagnosen wirken sich oft nicht nur auf den Körper aus, sondern verändern auch das Erleben von sich selbst und die eigenen Rollen im Leben. Vertraute Selbstbilder geraten ins Wanken, Zukunftsvorstellungen müssen neu gedacht werden, und vieles, was bisher selbstverständlich war, wird fraglich. Gefühle wie Kontrollverlust, Ohnmacht, Trauer oder innere Zerrissenheit können dabei zu ständigen Begleitern werden.
In meiner psychotherapeutischen Praxis möchte ich Ihnen einen geschützten Raum bieten, um diese Erfahrungen sichtbar, spürbar und verstehbar zu machen. Belastende innere Anteile, widersprüchliche Gefühle und neue Rollen können erkundet und zueinander in Beziehung gesetzt werden. Ziel ist es, wieder Handlungsspielräume zu entdecken, innere Beweglichkeit zu fördern und einen für Sie stimmigen Umgang mit der Erkrankung im eigenen Leben zu entwickeln – getragen von Begegnung, kreativen Zugängen und einem wertschätzenden Blick auf Ihre individuelle Lebensgeschichte.
Identität und Selbstwert

Fragen nach Identität und Selbstwert zeigen sich oft dort, wo innere Gewissheiten ins Wanken geraten. Veränderungen im Leben, biografische Brüche, Erfahrungen von Anpassung, Abwertung oder anhaltendem Druck können das Bild von sich selbst nachhaltig beeinflussen. Fragen wie Wer bin ich?, Was macht mich aus?, Was macht mich wertvoll? können dabei aufkommen. Gerade wenn äußere Erwartungen oder früh erlernte Bewältigungsmuster in den Vordergrund treten, kann sich der Zugang zum eigenen Erleben erschweren. Selbstzweifel, innere Widersprüche oder ein brüchiges Gefühl von Zugehörigkeit können dabei spürbarer werden.
Gemeinsam können wir erkunden, wie innere Rollen, Bewertungen und Selbstbilder entstanden sind und wie sie heute wirksam sind. Daraus können neue Perspektiven und mehr Freiheit im Umgang mit sich selbst entstehen.
Lebenskrisen, belastende Übergänge und Veränderungen

Krisen entstehen oft dort, wo sich etwas verändert. Trennungen, Verluste, Krankheit, berufliche Umbrüche oder neue Lebensphasen können das innere Gleichgewicht ins Wanken bringen. Auch wenn nach außen vieles weiter funktioniert, zeigen sich innerlich nicht selten Überforderung, Unsicherheit oder Orientierungslosigkeit.
Ich begleite Sie gerne dabei, innezuhalten und Ihre Erfahrungen zu ordnen. Gemeinsam können wir schwierige Situationen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und Abschiede sowie Übergänge gestalten. Auf diese Weise kann sich nach und nach neue Orientierung entwickeln. Ziel ist es, wieder mehr Klarheit, innere Stabilität und Handlungsspielraum im eigenen Leben zu entwickeln – auch im Umgang mit Trauer, Verlust, Tod oder wichtigen Richtungsentscheidungen.
Neurodivergenz

Viele neurodivergente Menschen entwickeln über längere Zeit Strategien, um im Alltag zu funktionieren. Dieses fortwährende Anpassen und Maskieren kann dazu führen, dass eigene Grenzen, Bedürfnisse oder Überlastung erst spät oder kaum wahrgenommen werden. Erschöpfung, innere Spannung oder das Gefühl, sich ständig regulieren zu müssen, werden dabei häufig Teil des Erlebens. Es können Gefühle aufkommen nicht zu passen oder permanent in Abgleich mit äußeren Erwartungen zu stehen.
In der Psychotherapie darf alles Platz haben. Erfahrungen, Bedürfnisse und Grenzen müssen dabei nicht vorab benannt, erklärt oder eingeordnet sein. Gemeinsam können wir erkunden, was für Sie stimmig ist.
Migration, Integration und interkulturelle Erfahrungen

Migrationserfahrungen gehen oft mit tiefgreifenden Veränderungen einher. Das Leben zwischen verschiedenen kulturellen Kontexten, Sprachen und Erwartungen kann bereichernd sein, gleichzeitig aber auch Unsicherheiten mit sich bringen. Fragen nach Zugehörigkeit, Identität und dem eigenen Platz in der Gesellschaft stehen dabei im Raum.
Oft kommt auch die Erfahrung dazu, dass bestehende Systeme nicht immer unterstützen, sondern mitunter zusätzliche Hürden schaffen.
Gerade im Zusammenhang mit Flucht- und Migrationserfahrungen zeigt sich, wie wenig Raum oft für die Vielschichtigkeit individueller Lebensrealitäten bleibt. Anerkannt werden einzelne Aspekte, selten jedoch der Mensch in seiner Gesamtheit.
Mir ist es wichtig, Ihre Erfahrungen ernst zu nehmen, Spannungen zwischen Anpassung und Selbstbehauptung sichtbar zu machen und gemeinsam einen Umgang zu finden, der Ihrer Biografie gerecht wird – jenseits von Erwartungen, Zuschreibungen oder reiner Funktionalität.
Sucht und suchtbezogene Belastungen

Suchtbezogene Thematiken können sich auf unterschiedliche Weise zeigen. Substanzen, Verhaltensweisen oder bestimmte Muster übernehmen im Alltag oft eine Funktion, etwa zur Regulation, Entlastung, Beruhigung oder Abgrenzung. Was zunächst hilfreich erscheint, kann sich mit der Zeit verengen oder verselbstständigen. Gefühle von Ambivalenz, Scham oder der Eindruck, den eigenen Umgang nicht mehr frei gestalten zu können, treten dabei häufig auf.
Im Mittelpunkt steht dabei meist weniger das Verhalten an sich als die Frage, welche Bedeutung es im eigenen Leben hat. Innere Spannungen, Beziehungserfahrungen, Überforderung oder Leere können im Hintergrund wirksam sein, ohne klar benannt zu sein. Der Blick auf suchtbezogene Muster eröffnet daher oft einen Zugang zu tieferliegenden Dynamiken und Bedürfnissen.
Ich betrachte suchtbezogene Verhaltensweisen in meiner Arbeit nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit dem jeweiligen Leben. Sie können mit mir offen darüber sprechen, auch dann, wenn Ambivalenz, Unsicherheit oder Widersprüche bestehen. Gemeinsam können wir erkunden, welche Muster und Zusammenhänge in Ihrem Leben eine Rolle spielen.